Schule Gr Jestin

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Groß Jestin

Schulgebäude

Laut der Kreis-Schulübersicht vom März 1928 wohnte der amtierende 1. Lehrer in einer im Jahr 1818 erbauten Dienstwohnung mit 6 heizbaren Zimmern. Für den 2. Lehrer stand eine im Jahr 1884 erbaute Wohnung mit 4 beheizbaren Zimmern zur Verfügung.

Volkszählung von 1871
Einwohner   davon
gesamt
konnten
lesen&schreiben
machten
keine Angaben
waren
Analphabeten
waren
Kinder bis 10 J.
1311 824 (62,85 %) 28 (2,14 %) 82 (6,25 %) 377 (28,76 %)

Klassenstärke
1928   234 Schulkinder   111 Knaben   123 Mädchen
1939   295 Schulkinder   162 Knaben   133 Mädchen


Folgendes berichten R. Raasch/C. Krüger in ihrem Buch „Grossjestin“ – Ein Dorf im Kreis Kolberg-Körlin:
„Wenn von der Kirche die Rede ist, darf die Schule nicht fehlen. Die 1926 eingeweihte Volksschule war vom Baustil her keine herkömmliche Dorfschule mehr. Sie hatte mit ihren neoklassizistischen Baumerkmalen städtisches Aussehen; dazu kamen eine große und modern eingerichtete Turnhalle und ein ebenso großer Sportplatz. Das Dorfschulhafte war nicht mehr vorhanden.
Unterrichtsorganisatorisch war die Schule sechsstufig aufgebaut. Nach einer Statistik (ohne Jahr) hatte sie 295 Schüler(innen); davon 162 Jungen und 13 Mädchen. Diese Schülerzahl gilt mit Schwankungen für die letzten 20 Jahre. Fünf Lehrer waren der Schule zugeteilt. Zwei Lehrer haben generationsübergreifend gewirkt: Fritz Kleist und Wilhelm Scheutzow. Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gehörten zum Lehrerkollegium: Gerhard Lips, Mathilde Meyer, Willi Raguse, Kurt Mark, Gustav Wolf.
Nach dem Ausscheiden von Kleist als Rektor übernahm Gerhard Lips die Schulleitung. Lips kannte Großjestin bereits. Er hatte in der Weimarer Zeit als stellenloser Lehrer im Büro der Schlosserei Firzlaff gearbeitet. Gerhard Lips blieb im Krieg. Von einem Volkssturmeinsatz im März 1945 kehrte er nicht zurück.
Sein Bildungsverdienst bestand in Durchführungsmaßnahmen zur Überwindung sozialer Sperren beim Übergang zu weiterführenden Schulen.
Aus der Großjestiner Schule kamen Freude und Kummer. Lehrer Willi Raguse war ein im Rechenunterricht strenger Mann, der jedoch auch schöne Geschichten erzählen und Späße machen konnte. Er spielte gerne mit der kindlichen Gläubigkeit seiner Grundschüler (6. bis 10. Lebensjahr). Zu seinen Späßen gehörte, unterrichtsoffiziell zu lehren, wie man Hasen fängt. Das war ganz einfach. Man mußte Salz auf den Schwanz des Hasen streuen, dann würde er sich fangen lassen. Wir glaubten an diese Methode, zumal Raguse ein Jäger war. Gezielt gingen wir allein, zu zweit oder in der Gruppe auf Hasenfang mit Salz in den Kleidertaschen. Wir bekamen es dabei auch mit Hasen zu tun, nur niemals gelang es, einen zu fangen, auch nicht, wenn er still und versonnen am Wegesrand saß. Daß man selbst bei größter Mühewaltung keinen Hasen fing, verdarb die Stimmung auf so manchem Feld- und Waldgang.“


Lehrer

  • ? – 1802 – ?
    GÖTZKE NN+ vor 1877 Groß Jestin
  • ? – 1835 – vor 1865
    SEELMACHER August Lehrer und Küster, * Ende 18. Jahrh., + lange vor 1903 Prettmin, Kr. KK
    lebte noch 1865 beim Tod der Ehefrau als em. Lehrer in Groß Jestin
    oo MOLZAHN Dorothee Luise
  • mind. 1850 – 1866?
    WALDOW gen. WALLOW Carl Friedrich Wilhelm+ vor 29.03.1877 Sonnenburg oder Groß Jestin
    oo BRAUN Caroline
  • ? – 1859/61 – ?
    BAST Erdmann Friedrich Lehrer und Versicherungsvertreter, + vor 24.05.1885 vermutlich Groß Jestin
    oo SEELMACHER Mathilde Florentine Pauline Johanne
  • ? – 1889 – ?
    WINKEL Franz Friedrich August
  • ? – 1892 – ?
    SCHÄFER Franz August Anton
  • 01.11.1901 – 09.1935
    SCHEUTZOW Wilhelm Karl Emil 1927/28 Konrektor, später Lehrer, * 17.03.1880 Ort?
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1901 Köslin, 2. Lehrerprüfung 1904 Bütow, Ruhestand: 01.10.1935
  • 15.04.1903 – 06.1936
    KLEIST Fritz August Franz Rektor, * 27.10.1873 Zanow, Kr. Schlawe, 10.03.1954 Rotenburg/Fulda
    oo 03.08.1899 Altkolziglow, Kr. Rummelsburg, KLAJE Maria Magdalena Adelheid
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1893 Köslin, 2. Lehrerprüfung 1896 Köslin, Ruhestand: 01.04.1936
  • 01.10.1909 – zumind. 1927/28
    MEYER Mathilde* 15.02.1887 Ort?
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1907 Kolberg, 2. Lehrerprüfung k.A.
  • mind. 1894/97 – vor 1902
    STEFFEN Ludwig Christoph Wilhelm* 22.12.1867 Seligenfelde, Kr. Belgard, 24.05.1894 Kölpin,Kr. Neustettin, + 25.03.1945 Lübeck
    oo MÜLLER Emilie Elisabeth Auguste
  • 01.09.1920 – 1945?
    RAGUSE Willy Karl Friedrich* 28.02.1897 Köslin
    oo 10.03.1922 Köslin, CZERNINSKI Erna Elisabeth Margarete
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1920 Anklam, 2. Lehrerprüfung 1921 Groß Jestin
  • mind. 1921
    BÖTTCHER Otto Erich Albert* 21.11.1897 Nörenberg, Kr. Saatzig, + April 1965 Husum
    oo 08.11.1921 Degow, MAROTZKE Gertrud Auguste Emilie
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1920 Pölitz, 2. Lehrerprüfung 1921 Groß Jestin
  • ca. 1926 – mind. 1929
    WEYERKE Paul Arthur Ernst* 22.05.1899 Timmenhagen, Kr. Köslin, + 13.08.1997 Köln
    oo 28.12.1925 Kolberg, HÖRNKE Frida Hedwig Elsbeth
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1921 Bütow, 2. Lehrerprüfung 1925 Krühne, Kr. Kolberg
  • ? – 1933?
    CONRADT Walter* 31.07.1903 Ort?
    Ausbildung: k.A. auf Lehrerkarte
  • 01.05.1933 – 03.1937
    PRALAT Max Boleslaus Leo* 04.10.1896 Ort?
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1917 Oranienburg, 2. Lehrerprüfung 1922 Sachsenhausen, Kr. Niederbarnim, Ruhestand: 01.03.1937
  • 01.11.1935 – 1943
    MARK Adolf Ernst Kurt* 06.01.1900 Berlin Tegel
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1920 Oranienburg, 2. Lehrerprüfung 1925 Berlin Reinickendorf
  • 01.04.1936 – 02.1940?
    LIPS Gerhard Gottfried WaldemarSchulleiter, * 10.08.1898 Ort?, + März 1945, Volkssturm
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1921 Bütow/Pom., 2. Lehrerprüfung 1928 Kussow
  • 1936/37
    RAGUSE Willy
  • 01.04.1937 – ?
    WOLF Gustav* 12.05.1909 Bromberg
    Ausbildung: 1. Lehrerprüfung 1933 Elbing, 2. Lehrerprüfung ? Strippow, Kr. Köslin, Turn- und Schwimmlehrerprüfung 1937 Greifswald



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