Rüwolsdorf

< Zurück

Rüwolsdorf / Ubyslavice

(Amtsbezirk Alt Marrin, Kirchspiel Alt Marrin)

Daten Stand 1937
578 Einwohner, 105 Haushalte
Bürgermeister Wilhelm GEHRMANN, Pastor Emil KRAUSE (Alt Marrin), Standesbeamter Gustav HELDT, 1.Lehrer Paul LAABS, Gerhard GUSE (Alt Marrin), Gastwirte Erich LAMBRECHT, Emil MANTHEY (Alt Marrin)
Wohnplätze: Alt Marrin / Mierzyn, Alt Marriner Mühle, Kuhagen / Wygonowo, Neu Marrin / Mierzynek, Peterskathen

Weitere Einwohner können dem Adressbuch des Kreises Kolberg-Körlin (1929) entnommen werden.


Originalzitate aus: „Der Kolberg-Körliner Kreis“ – Die Geschichte seiner Städte und Ortschaften von Johannes Courtois, Verlag und Druck Courtois Kolberg 1909

Rüwolsdorf
Dorf in der Nähe des Rittergutes Alt-Marrin, mit 175 Einwohnern, wurde im Jahre 1774 als Vorwerk angelegt und bestand aus 2 Kossäten- und 6 Büdnerfamilien. Im Jahre 1835 wurden alle bäuerlichen Wirte von Alt-Marrin und Kuhagen nach Rüwolsdorf eingemeindet, das noch 1848 mit Marrin verbunden war, nachher aber eine selbständige Gemeinde geworden ist.

Kuhagen
Vorwerk zu Alt-Marrin, nach dort auch eingepfarrt, gehörte 1908 dem Freiherrn von Barnekow, Alt-Marrin. Früher, namentlich vor 1804, scheint es ein selbständiges Gut gewesen zu sein.

Neu-Marrin
Rittergut in Größe von 299 ha, in der Nähe von Fritzow gelegen, ist im Besitz von Günter Scheunemann.

Marrin
In früheren Zeiten auch Märrin, Merin und Maryn geschrieben, Rittergut in der Nähe von Fritzow, zum Amtsgerichtsbezirk Kolberg gehörend.
Alt Marrin mit Kuhagen ist ein Rittergut in Größe von ca. 1124 ha. Die Kirche wird schon im Jahre 1278 erwähnt, als Bischof Hermann von Kammin den Klosterjungfrauen zu Kolberg das Patronat derselben erteilte. Das Gebäude ist 1849-51 neu ausgeführt; dagegen ist der untere Teil des Turmes auf etwa 14 m Höhe alt und nur der obere Teil mit zweiseitigem Dach und Dachreiter mit der Kirche zugleich erbaut. Der Turm ist quadratisch im Grundriß. Das Portal ist spitzbogig mit vier rechtwinkligen Absätzen im Gewände. Der Taufstein aus Sandstein ist alt, hat kreisrunden Sockel und achteckiges schwerfälliges Becken von eigentümlicher Gestalt. Ein hölzernes Opferbecken besteht aus einem flachen, zur Hälfte bedeckten, viereckigen Kasten mit hoher Rückwand, auf welcher eine 26 cm hohe Figur, Maria mit dem Kinde, angebracht ist. Eine Messingkrone mit glatter Kugel, 8 Armen und Doppeladler trägt die Jahreszahl 1672. Eine zweite Krone sowie die übrige Ausstattung der Kirche sind modern.
Mit dem Rittergute war ehedem ein Dorf verbunden, welches aus 11 Bauern- und 2 Kossätenhöfen, 1 Kruge und 1 Schmiede bestand, zusammen mit 37 Feuerstellen. Im Jahre 1774 erhielt das Gut dadurch einen beträchtlichen Zuwachs, daß für 11 000 Taler landesherrlich bewilligte Unterstützungsgelder, womit die Kriegsbeschädigungen während der russischen Belagerung Kolbergs im Jahre 1761 ausgeglichen werden sollten, auch 6 Büdnerstellen im Dorfe hinzukamen, das Vorwerk Kuhagen erweitert und 2 Vollbauern, 4 Kossäten und 2 Büdnerstellen dabei angesetzt, ein neues Vorwerk, Rüwolsdorf genannt, auf der Landstraße nach Bublitz über Rossow angelegt und dabei 2 Kossäten- und 6 Büdnerfamilien. Auch im Jahre 1780 abermals 6 Büdnerfamilien im Dorfe Marrin angesetzt wurden, wodurch die Zahl der Feuerstellen auf 66 angewachsen war. Für diese Verbesserungen, welche, mit Ausschluß der zuletzt erwähnten 6 Büdnerstellen, nach den gemachten Anschlägen einen jährlichen Ertrag von 643 Talern, 26 Sgr., 6 Pfg. geben sollten, wurde das Gut mit einer jährlichen Abgabe von 232 Talern, zum Provinzialschulfonds belastet.
Infolge der Regelung der gutsherrlichen-bäuerlichen Verhältnisse und infolge der Separation, welche ums Jahr 1835 zum Abschluß gekommen ist, sind alle bäuerlichen Wirte von Marrin und Kuhagen nach Rüwolsdorf verlegt, das noch 1846 mit Marrin verbunden war, nachher aber eine selbständige Gemeinde geworden ist.
Marrin ist ein altes Lehen der Familie Münchow. In den Urkunden findet es sich, anscheinend zum ersten Male im Jahre 1432, als Henning und Michael Münchow den Klosterjungfrauen zu Köslin 12 Mark Pacht aus ihrem Dorfe Meryn verkauft, oder vielmehr gegen ein Darlehn verpfändet hatten, was Bischof Siegfried von Kammin bestätigte. Peter Münchow und einige andere der Familie verschrieben 1468 dem Kösliner Bürgermeister Heinrich Abtshagen 24 Mark jährlicher Beede ebenfalls aus Meryn für ein Darlehn von 300 Mark.
Überhaupt ist Marrin dasjenige Gut, welches von den Besitzungen der Münchows urkundlich zuerst genannt wird. Dreihundert Jahre lang ist es ihr Besitztum geblieben in ununterbrochener Reihe. Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts war es im Besitz des Rittmeisters von Holtz, und nach dessen Tode ging es durch Kauf an den Freiherrn von Barnekow über.













(Fotos Kirche und Grabsteine in Alt Marrin: Gerhard Lange)

Kommentare sind geschlossen.