Petershagen

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Kirche in Petershagen
(Foto: Joachim Schröder)

Petershagen / Powalice

Kirchdorf im Süden des Kreises, ca. 43 südlich von Kolberg sowie 8 km westlich von Stolzenberg entfernt gelegen.

523 Einwohner, 86 Haushalte (Stand 1937)
Bürgermeister: Bauer Richard SCHMIDT, Pastor: Dr. Werner WAGNER, Standesbeamter: Walter HEINRICH, 1. Lehrer: Wilhelm SASSENHAGEN, Standesbeamter: Walter HEINRICH, Gendarmerie: Gendarmeriemeister Walter REUSCHKE in Stolzenberg, Gastwirt: Max BÜTOW
Vereine: Kriegerverein : Vorsitzender, Lehrer Wilhelm SASSENHAGEN, Gesangverein, Vorsitzender, Landwirt Franz KATH

Weitere Einwohner können dem Adressbuch des Kreises Kolberg-Körlin (1929)
entnommen werden.

Wohnplätze:
Petershagen, Gut
Rittergut Petershagen war früher das größte Rittergut im Kreis und war über Jahrhunderte hinweg im Besitz der Familie von Blankenburg. 1825 ging das Gut durch Verkauf unter Vorbehalt des Lehnsrechts an den Rittmeister von Sydow. Nach diesem wurden die Brüder Paul und Ernst Kolbe, nach ihnen Hugo Wendland Eigentümer. Unter dem Letztgenannten Wendland wurde die Parzellierung des Gutes vorgenommen.1893 entstanden 24 Rentengüter mit unterschiedlicher Größe, dazu wurden 40 weitere Parzellen an benachbarte Eigentümer veräußert, sowie Vorwerke und Wald-, Heidebezirke verkauft. Durch Vereinigung der verkauften Flächen mit dem ebenfalls veräußerten, bisherigen Vorwerk Petersfelde entstand das nunmehr gleichnamige Gut.
Besitzer des Restguts wurde der bisherige Verwalter Christian Kreitz. Bereits 1898 wurde das Restgut in weitere 28 Rentengüter aufgeteilt. Das lediglich noch 87 ha große Restgut gehörte Otto Brünning.
Pommerscher Hof (frühe Bezeichnung im Volksmund: Schabernack) / Pomorze
Einzelhof, der an der Kreisgrenze zu Belgard liegt. 1864 lebten hier 10 Personen, 1905 wurden 5 Einwohner verzeichnet, letzter Eigentümer war Arnold Thurow.

Amtsbezirk Petershagen
Petershagen gehörte mit den Gemeinden Petersfelde und Moitzelfitz zum Amtsbezirk Petershagen. Letzter Amtsvorsteher war der in Petershagen lebende Landwirt Walter HEINRICH.

Standesamt Petershagen
Petershagen gehörte mit den Gemeinden Petersfelde und Moitzelfitz zum Standesamtsbezirk Petershagen.

Ev. Kirche Petershagen, Kirchspiel Petershagen
In die Petershagener Feldsteinkirche war neben Petershagen auch Petersfelde ohne die Meierei eingepfarrt. (Meierei – eingepfarrt in Rogzow, ab den 1930er Jahren in Stolzenberg) Weiterhin gehörten zum Kirchspiel Petershagen die Gemeinden Moitzelfitz und Schlenzig, Kr. Belgard. In den beiden letztgenannten Orten befanden sich Filialkirchen der Petershagener Kirche.
1925 gehörten 97,7% der Einwohner von Petershagen der ev. Landeskirche an.

Katholiken
1925 wohnten in Petershagen 2 Katholiken.


Originalzitat aus: „Der Kolberg-Körliner Kreis“ – Die Geschichte seiner Städte und Ortschaften von Johannes Courtois, Verlag und Druck Courtois Kolberg 1909

Petershagen
Dorf, bei Moitzelfitz gelegen, ein Blankenburg’sches Lehn-Rittergut und Kirchdorf an der Grenze des Schivelbeiner Kreises, an der Landstraße von Kolberg nach Schivelbein, im Tal des Schwarzbachs, der sich in die Molstow ergießt, besteht seit mindestens der Mitte des 16. Jahrhunderts. Georg von Blankenburg löste es und das dazu gehörige Gut Moitzelfitz B nach den Vergleichen vom 28. April 1721 und vom 28. August 1737 von den Pfandinhabern von Kameke und von Galbrecht ein und hinterließ es nebst anderen Blankenburg’schen Lehen seinen Söhnen, welche sich am 12. Juni 1738 also verglichen. daß Petershagen mit Moitzelfitz dem jüngsten Sohne, Peter von Blankenburg, durch das Los zufiel. Nach dem Ableben Peter Ludwigs von Blankenburg fiel Petershagen nebst Moitzelfitz B für den angenommenen Wert von 16 000 Talern an seinen Sohn, den Leutnant Julius von Blankenburg, der beide Güter bis 1825 besessen hat und in diesem Jahre, unter Vorbehalt des Lehnrechts, an den Rittmeister von Sydow verkaufte. Dieser war bis 1834 Besitzer desselben.
Im Jahre 1888 wurde das ca. 2912 ha große Gut für 380 000 Mark an Konsul Lehment, Kolberg, verkauft; in den Jahren 1893/94 und 1898/1901 parzelliert und daraus 106 neue Wirtschaften gebildet. Außer diesen. wovon 76 Rentengüter sind, bestehen noch 31 Stellen von früher her. Das Restgut war 1910 im Besitz von Otto Stübs.
Die Kirche ist massiv aus Feldsteinen erbaut, der eine Giebel Fachwerk. Der Turm ist Anfang des vorigen Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgetragen. Von den Glocken ist eine ohne Inschrift und alt, die zweite 1864 von Strehl in Kolberg gegossen.


Altes Glockengestell der Kirche


Tagelöhnerhaus

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