Kerstin

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Kerstin / Karscino

(Amtsbezirk Kerstin, Kirchspiel Kerstin)

Daten Stand 1937
399 Einwohner, 78 Haushalte
Bürgermeister Hermann TUCHTENHAGEN, Pastor Hans SCHREIBER, Standesbeamter Hermann TUCHTENHAGEN, 1.Lehrer Gustav ERDMANN, Gastwirt Wilhelm SCHMUDE
Vereine: Sportverein Kerstin (Bruno WEISE)
Wohnplätze: Fuchsmühle / Lisiny, Gut Kerstin, Johannesthal / Wietszyno (Gorzeszewo) , Krühne / Skronie, Krühner Mühle, Neuer Krug, Ziegenkathen (Ziegenort)

Weitere Einwohner können dem Adressbuch des Kreises Kolberg-Körlin (1929) entnommen werden.


Originalzitate aus: „Der Kolberg-Körliner Kreis“ – Die Geschichte seiner Städte und Ortschaften von Johannes Courtois, Verlag und Druck Courtois Kolberg 1909

Kerstin
Rittergut und Kirchdorf, 3/4 Meilen von Körlin gelegen. Das Rittergut ist ca. 962 ha groß, Sitz des Amtsgerichts ist Körlin.
Zur Ausführung mehrerer Verbesserungen auf Kerstin sowie auf dem benachbarten Gute Kruckenbeck, insondere zur Anlage des Vorwerks Johannisthal, bewilligte Friedrich II. in den Jahren 1773/74 eine Summe von 4200 Talern, wogegen er beide Güter mit einer jährlichen Abgabe von 84 Talern belastete. Die Kerstiner Kirche ist eine Mutterkirche, mit der die Kapelle zu Kruckenbeck verbunden ist. Sie ist modern, ebenso der Turm. Der Altar ist reich in Holz geschnitzte und bemalte Barockarchitektur mit bildnerischem und malerischem Schmuck. In die Fenster sind kleine Glasmalereien aus der alten Kirche eingesetzt. An der Ostwand sind zwei Grabsteine aus Sandstein mit Bemalung aufgestellt.
Der eine „Epitaphium dess Edlen und E. Hans Mantuffel zu Krukenbec erbses, welcher daselbst selich Entschlaffen den 11. September a. o. 1594, aetatis 67“, der zweite Grabstein zeigt in voller Rüstung, umgeben von den Wappen der Manteuffel und Heydebreck, den 1571 verstorbenen Henninck Manteuffel in ähnlicher Darstellung. Außerdem sind noch einige Stammtafeln vorhanden.
Zu der Kirche eingepfarrt sind Krühne und Gr. Pobloth. Die alten Manteuffel’schen Lehen Gandelin, Kerstin, Kruckenbeck und Krühne, von denen man jedoch, wie es scheint, zuerst 1563 Kenntnis erhält, fielen nach dem Tode des Landrats Christoph Arnd von Manteuffel seinem einzigen Sohne, dem kursächsischen und kgl. polnischen Kabinetts-Minister Ernst Christoph Reichsgrafen von Manteuffel zu, und wurden von demselben, nachdem sie 1731 allodifiziert worden waren, im Jahre 1743. an seinen Schwiegersohn, den Oberstleutnant Balthasar Friedrich Freiherr von der Goltz und dessen Gemahlin Henriette, von dieser aber, nach dem Vergleiche vom 5. Juli 1764, der Gemahlin des Rittmeisters Johann Siegmund Gaudecker, Sophie, geb. Baroneß von Hertefeld, verkauft. Das Gut ist 1910 im Besitz der Familie von Gaudecker.

Krühne
Rittergut in Größe von ca. 361 ha und einem Grundsteuerreinertrag von 2457 Mark, liegt in der Nähe von Gr. Jestin, 2 Meilen von Kolberg gegen Südosten.
Der Ort ist nach Kerstin eingepfarrt und wird in einer Urkunde vom Jahre 1276 zuerst genannt. Henning von Manteuffel brachte dieses Gut im Jahre 1494 an sein Geschlecht. Er kaufte es von dem Probste und Dechant der Kollegialkirche zu Kolberg und zahlte dafür 300 F. Rheinisch.
Jetzt (1910) ist das Gut im Besitz von Albert von Gaudecker, Kerstin.



Quelle: Archiv der Kolberger Zeitung

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